Oberthern

Im Jahr 1066 schenkte Kaiser Heinrich IV. einem Luitwin zu Ternie zwei Königshufen – damit erscheint der Name „Ternie“ erstmals in einer Urkunde. Luitwin von Ternie gilt als Stammvater der Herren von Sonnberg, die ab 1590 nicht mehr genannt werden. Später stand Oberthern unter der Leitung des Klosters Garsten und des Stifts Göttweig.

Die Kirche von Oberthern ist dem heiligen Martin geweiht, was auf ein hohes Alter und eine frühere Verbindung zu einem Edelsitz hinweist. Erhalten geblieben ist das gotische Presbyterium mit Kreuzgewölbe. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche 1401 in einem Kaufvertrag des Eustachius Attl. Bis 1784 war sie eine Filialkirche von Großweikersdorf.

Am 6. April 1826 zerstörte ein Brand Kirche, Pfarrhof, Schule und 14 Häuser; der Wiederaufbau erfolgte durch den Patronatsherrn.

Im 20. Jahrhundert wuchs der Wunsch nach einer Erweiterung. Unter Kaplan Othmar Zieher wurde der große Zu- und Umbau nach 1957 umgesetzt. Die Pfarrbevölkerung leistete umfangreiche unentgeltliche Hilfe. 1961 wurden die Arbeiten abgeschlossen und die neue Kirche von Erzbischof Dr. Franz Jachym feierlich gesegnet.

1957 starb der letzte ansässige Pfarrer, Franz Letschka. Danach wurde Oberthern von Großwetzdorf aus betreut, bis die Pfarre 1981 dem Pfarrverband Großweikersdorf angeschlossen wurde. Heute gehört sie zum erweiterten „Pfarrverband Mittleres Schmidatal“.

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