•Stranzendorf
Die historischen Anfänge der Pfarre Stranzendorf liegen weit zurück und sind nur teilweise schriftlich belegt. Ursprünglich gehörte Stranzendorf gemeinsam mit der Feste Eggenburg (Ebenberg) zur Pfarrkirche St. Agatha in Hausleiten und damit zur Diözese Passau.
Bereits 1212 dürfte es im Ort einen capellanus oder zumindest eine Kapelle mit eigenem Friedhof gegeben haben. Mit Zustimmung des Pfarrers von Hausleiten und des Bischofs von Passau wurde hier später eine selbständige Pfarre eingerichtet. 1444 ist Wolfgang Wolf als Pfarrer von Stranzendorf urkundlich erwähnt.
Nach der Mitte des 16. Jahrhunderts fehlen lange Zeit Aufzeichnungen. Die Pfarre verfiel und blieb wohl bis zur Neugründung unbesetzt. Stranzendorf wurde wieder Filiale von Hausleiten; die Seelsorge erfolgte zeitweise von Hautzenthal, meist jedoch von Niederrußbach aus. Auch die Reformationszeit hinterließ deutliche Spuren.
1711 setzte sich Anna Franziska, verwitwete Gräfin von Kuefstein, für die Wiedererrichtung der Pfarre ein und ließ 1712 auch einen neuen Pfarrhof errichten. Mit der Annahme des Stiftungsbriefes am 20. November 1711 begann die erneute Eigenständigkeit.
Nach dem Tod des letzten ansässigen Pfarrers wurde Stranzendorf wieder von Niederrußbach betreut und ist seit 2018 Teil des Pfarrverbands Mittleres Schmidatal.
Barocke Pfarrkirche
Die barocke Pfarrkirche wurde 1733 nach Plänen von Johann Lukas von Hildebrandt erbaut, 1783 kam die Pfarre Stranzendorf zur neu gegründeten Diözese Wien.
Der schlanke Fassadenturm mit Blendrahmengliederung trägt das Wappen der Familie Schönborn. Im Kircheninneren befinden sich 2 kuppelige Kreuzgewölbe mit ovalen Spiegeln auf Wandpfeilern, der Chor ist flachbogig geschlossen. Das Hochaltarbild aus 1842 stammt vom Kuppelwieser-Schüler Johann Ranzi, die Altäre wurden nach Entwürfen von Johann Lukas von Hildebrand um 1750 angefertigt. Die Pfarrkirche ist den Heiligen Petrus und Paul geweiht und liegt im Vikariat Unter dem Manhartsberg.
Rechter Seitenaltar
Holz, marmorierte Fassung, Skulpturen und pflanzliche Applikationen vergoldet.
Altarbild: „Aufnahme in den Himmel“, Hl. Franz Xaver, hochformatige Ölmalerei auf Leinwand, in ondulierenden Rahmenformen, Rahmen: Holz geschnitzt, teilweise vergoldet, teilweise schwarz gefasst.
Altar von J. Lukas von Hildebrandt entworfen. Barock, um 1730
Linker Seitenaltar
Hochformatige Ölmalerei auf Leinwand, in schwarz-gold-gefasstem Rahmen in ondulierender Form, folglich Bildnähte.
Möglicherweise Bild aus Schönborn´schem Besitz stammend und erweitert für die spezielle Rahmenform.
Einblick in erleuchteten (???) Tempel-Zentralbau, bühnenartig durch Vorhang gerahmt, gestaffelte Figurenkomposition. Barock, erstes Drittel 18. Jahrhundert.